Hochwasserschutz Aiterach: Vorgeschichte und Ausbauziel

Die Donau ist mit annähernd 3.000 km​​ der längste Strom Mitteleuropas. Die Aiterach mündet bei Kilometer 2.314 am rechten Ufer in die Donau ein. Beiderseits der Aiterach liegt der Ortsteil Ittling der Stadt Straubing.

Der Hochwasserschutz entlang der Aiterach im Rückstaubereich der Donau wurde in den Jahren 1934-38 erstellt und seitdem mehrfach lokal ergänzt. Der vorhandene Ausbaugrad bietet lediglich Schutz gegen ein ca. 30-jährliches Hochwasser und machte zuletzt im August 2002 während des Hochwassers umfangreiche Sicherungsmaßnahmen mit Sandsäcken und Kiesschüttungen erforderlich.

Gemäß Landesentwicklungsprogramm Bayern sollen besiedelte Gebiete vor einem 100-jährlichen Hochwasserereignis mit dem zusätzlich erforderlichen Freibord („Sicherheitszuschlag“) geschützt werden. Mit dem Ausbau der Hochwasserschutzeinrichtungen an der Aiterach wird dieser Schutz hergestellt.

Eine Untergrundabdichtung wird mit dem Ausbau nicht durchgeführt, der Grundwasseraustausch ist auch nach Abschluss der Baumaßnahme uneingeschränkt möglich.

Die landschaftsgerechte Einbindung wird durch geeignete Gestaltungsmaßnahmen bewerkstelligt.

 

Beschreibung der Baumaßnahme

Hochwasserschutzdeiche
Deiche mit Erdkerndichtung und Spundwanddichtung werden errichtet. Bei besonders beengten Platzverhältnissen werden die vorhandenen Deiche durch eine aufgesetzte Hochwasserschutzmauer aus Stahlbeton erhöht.

Hochwasserschutzmauern
Die neuen Hochwasserschutzmauern aus Stahlbeton werden auf einer Stahlspundwand gegründet. Die Gestaltung der Mauern erfolgt durch strukturierte Schalung, steinmetzmäßige Oberflächenbearbeitung oder durch Verkleidung mit Naturstein- mauerwerk.

Deichbalkenverschlüsse
Die bestehenden Deichbalkenverschlüsse (Deichscharten) werden durch Neu- bauten ersetzt. Sie werden mit einem mobilen Hochwasser- schutzsystem aus Aluminium-Stützen und -Balken ausgestattet, welches nur im Hochwasserfall eingesetzt wird.

Schöpfwerk
Das bestehende Schöpfwerk Öbling II an der Aitrachstraße wird zur Sicherstellung der Binnenentwässerung durch einen Neubau mit erhöhter Förderleistung ersetzt.

Ökologische Ausgleichsmaßnahmen
Im Zuge von ökologischen Ausgleichsmaßnahmen werden Abschnitte der Aiterach verlegt und renaturiert.

Finanzierung des Projektes

Bauherr für den Ausbau der Hochwasserschutzeinrichtungen an der Aiterach sind die Bundesrepublik Deutschland und der Freistaat Bayern, gemeinsam vertreten durch das Wasserwirtschaftsamt Deggendorf. Die Stadt Straubing beteiligt sich maßgebend an den Baukosten.

Die geschätzten Kosten für die Tiefbauarbeiten, den mobilen Hochwasserschutz, das Schöpfwerk und die ökologischen Ausgleichsmaßnahmen betragen ca. 5 Mio. Euro.

Technische Daten

Ausbaustrecke:
rechts der Aiterach ca. 1850 m
(davon ca. 380 m Deich, ca. 1470 m Mauern)
links der Aiterach ca. 915 m
(davon ca. 585 m Deich, ca. 330 m Mauern)

Spundwände: ca. 10.000 m²
Stahlbeton: ca. 2.600 m³
Erdbewegungen: ca. 40.000 m³
Fläche des mobilen Hochwasserschutzsystems: ca. 85 m²
Leistung des Schöpfwerkes: 2 x 600 l/s
Bauzeit: August 2004 bis Juni 2006

Ihre Ansprechpartner

Bauherr Wasserwirtschaftsamt Deggendorf
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Planung und Bauüberwachung
RMD Wasserstraßen GmbH
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Donau-Hochwasser an der Aiterach (August 2002)
Deich mit aufgesetzter Hochwasserschutzmauer
Hochwasserschutzmauer an der Aitrachstraße in der Planung...
...und in der Realität
Renaturierte Aiterach kurz nach der Herstellung
Neu entstandene Kiesbänke in der renaturierten Aiterach