Hochwasserschutz Deggendorf West: Vorgeschichte und Ausbauziel

Die Hochwasserschutzmaßnahme liegt stromaufwärts der Stadt Deggendorf im Polder Deggendorf westlich der Eisenbahnlinie Plattling - Bayerisch Eisenstein am linksseitigen Donauufer ca. zwischen Donau-km 2.286 und Donau-km 2.288.

In den Jahren 1927 bis 1930 wurde ein Hochwasserschutzsystem zum Schutz der tiefliegenden Bereiche des Stadtgebietes von Deggendorf errichtet. Die bestehenden Deiche bieten nach heutigen Erkenntnissen lediglich einen Schutz vor einem ca. 20-30 jährlichen Hochwasser der Donau. Die Maßnahme Deggendorf-West bildet den letzten Abschnitt der 1977 begonnenen Baumaßnahmen zum Hochwasserschutz des Stadtgebietes von Deggendorf.

Gemäß dem Landesentwicklungsprogramm Bayern wird der neue Hochwasserschutz auf ein hundertjährliches Hochwasser der Donau mit einem zusätzlich geforderten Freibord (Sicherheitszuschlag) ausgelegt. Ein Eingriff in den Grundwasserstrom erfolgt nicht.

Durch die Maßnahme wird die letzte Lücke im Schutzsystem des Polders Deggendorf geschlossen.

Beschreibung der Baumaßnahme

Deiche
Die neue Deichlinie wird von der Donau abgerückt (Deichrückverlegung auf ca. 1,7 km Länge). Sie liegt im westlichen Abschnitt direkt an der Staatsstrasse St 2125 und verläuft im östlichen Abschnitt ca. mittig zwischen dem Donau-ufer und der St 2125. Die neuen Deiche erhalten eine Innendichtung. Die bestehenden Deiche werden im Zuge der Baumaßnahme fast vollständig entfernt und das Baumaterial soweit möglich wieder verwendet. Die Donau erhält dadurch insgesamt wieder mehr Raum.

Binnenentwässerung
Die Binnenentwässerung der betroffenen Polder Metten und Deggendorf wird angepasst. Hierfür wird ein Kreuzungsbauwerk (Düker) im Bereich des Schalterbaches erforderlich.

Mobile Elemente
Die Baumaßnahme wird am westlichen Ende in Richtung Metten durch eine mehrfeldrige Deichbalkenanlage über die Alte Mettener Straße und die St 2125 an den Hochrand angeschlossen. Bei Hochwasser werden diese Öffnungen mit einem mobilen Hochwasserschutzsystem, bestehend aus Metallstützen und Aluminiumdammbalken, geschlossen.

Kreuzungsbauwerke
Kreuzende Versorgungsleitungen (Wasser, Gas, Strom, Telekommunikation) werden in die geplanten Hochwasser-schutzbauwerke integriert.

Ökologische Belange
Durch eine großzügige Baumbepflanzung entlang des neuen Deiches werden landschaftsgestalterische und ökologische Belange besonders berücksichtigt. In den neu entstehenden Vorlandflächen zwischen Donauufer und Deich wird durch entsprechende Pflanzungen die Entwicklung einer lockeren Weichholzaue angestrebt, die einen sicheren Hochwasserabfluß gewährleistet.

Finanzierung des Projektes

Bauherr ist der Freistaat Bayern und die Bundes-republik Deutschland, gemeinsam vertreten durch das Wasserwirtschaftsamt Deggendorf.

Die Stadt Deggendorf beteiligt sich an den Baukosten. Das Vorhaben wird im Rahmen des Programms PHASING OUT mit Mitteln der Europäischen Union gefördert.

Die Gesamtkosten der Maßnahme betragen rd. 5,0 Mio. Euro.

Technische Daten

Ausbaustrecke: ca. 1700 m Bauzeit: Mai 2005 bis Juni 2006

Ihre Ansprechpartner

Bauherr Wasserwirtschaftsamt Deggendorf
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Planung und Bauüberwachung
RMD Wasserstraßen GmbH

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Hochwasser März 2002 in Deggendorf
Neubau einer Fernwasserversorgungsleitung im Bereich des neuen Deichs
Anschluß der neuen an die alte Fernwasserversorgungsleitung
Rückbau des bestehenden Deichs
Rückverlegung und Abflachung des Donauufers als ökologische Ausgleichs- maßnahme