Hochwasserschutz Hermannsdorf: Vorgeschichte und Ausbauziel
Zwischen Straubing und Deggendorf liegt der Ort Hermannsdorf am rechten Ufer der Donau bei Donau-km 2.309,0 gegenüber der Stadt Bogen. Die bestehenden Hochwasserschutzanlagen in Hermannsdorf sind Bestandteil eines durchgehenden Hochwasserschutzsystems zwischen der Ortschaft Sand (Gemeinde Aiterhofen) und der Ortschaft Irlbach. Das Poldergebiet erstreckt sich entlang der Donau von Sand bis nach Irlbach und landeinwärts bis ca. Moosdorf und Schambach.
Zum Schutz der Bebauung wurden in den Jahren 1940 im Ortsbereich Hermannsdorf Hochwasserschutzmauern mit einer Länge von ca. 550m errichtet. Richtung Ainbrach wurde der Polder durch Hochwasserschutzdeiche gesichert.
Die Mauer im Ortsbereich wurde 1954 donauaufwärts um ca. 300m verlängert und schließt nun an das Hochufer Richtung Sand an. Die Hochwasserschutzmauern des Baujahres 1940 wurden 1984 teilweise saniert und geringfügig erhöht. Diese bieten nach derzeitigem Stand lediglich Schutz vor einem ca. 20-jährlichen Hochwasser der Donau.
Hermannsdorf wird mit der neuen Hochwasserschutzmaßnahme gemäß Landesent- wicklungsprogramm gegen ein hundertjährliches Hochwasser mit dem zusätzlich geforderten Freibord (Sicherheitszuschlag) geschützt.
Eine Untergrundabdichtung wird nicht durchgeführt, der Grundwasseraustausch ist auch nach der Baumaßnahme uneingeschränkt möglich.
Schematischer Bauablauf
(Der tatsächliche Bauablauf kann von dieser Aufzählung abweichen)
Im Bereich der Hochwasserschutzmauer sind die Arbeiten zur Sicherung des Hochwasserschutzes während der Bauzeit abschnittsweise durchzuführen.
- Ausbau des bestehenden Sieles im Deich und Neubau des Pumpenschachtes, An- binden an die Binnenentwässerung
- Einbringen der Spundwände im Deich
- Herstellen der Stahlbetonmauer auf den Spundwänden im Deichbereich
- Neubau des zweiten Pumpenschachtes und Anbindung an die Binnenentwässerung
- Abbruch der bestehenden Hochwasserschutzmauer
- Einbringen der Spundwände
- Herstellen der Stahlbetonmauer auf den Spundwänden
- Spitzen der Mauer
- Einbau des mobilen Systems
- Wiederherstellung der Ortsstraße (durch die VG Aiterhofen unter Kostenbeteiligung der Hochwasserschutzmaßnahme)
Ortsbild: Optimale Einbindung in das Ortsbild von Hermannsdorf durch bereichsweises steinmetzmäßiges Spitzen der Betonoberflächen und begrünen der Böschung zwischen Ortsstraße und Hochwasserschutzmauern sowie Pflanzung von Bäumen entlang der Hochwasserschutzmauer.
Technische Daten
Gesamtlänge der Baumaßnahme ca. 1.015 m (ca. 140 m Deich und ca. 875 m Mauer)
Spundwände: ca. 3.200m² Fläche des mobilen Hochwasserschutzsystems: ca. 90 m²
Bauzeit: Januar bis Dezember 2004
Geschätzte Gesamtkosten: ca. 2,1 Mio Euro (Davon entfallen auf die Gestaltung der Mauer ca. 100.000 Euro.)
Ihre Ansprechpartner
Bauherr Wasserwirtschaftsamt Deggendorf
Planung und Bauüberwachung
RMD Wasserstraßen GmbH
Blick auf Hermannsdorf bei ca. 2-jährlichem Hochwasser
Bereich des geplanten Hochwasserschutzdeichs
Lockerungsbohrung zum leichteren Einbringen von Stahlspundbohlen
Stahlspundwände als Gründung für die Hochwasserschutzmauer
Bewehrung für den Deichbalkenverschluß vor dem Betonieren
Fertiggestellte Hochwasserschutzmauer mit Natursteinpfeiler und gespitzten Betonoberglächen
