Hochwasserschutz Mettener Bach: Vorgeschichte und Ausbauziel

Die Donau ist mit annähernd 3.000 km der längste Strom Mitteleuropas. Der Mettener Bach mündet bei km 2288,6 am linken Ufer in die Donau ein. Der Markt Metten im Landkreis Deggendorf liegt zu einem großen Teil im Überschwemmungsgebiet der Donau.

Der Hochwasserschutz entlang des Mettener Baches im Rückstaubereich der Donau wurde in den Jahren 1928-33 erstellt und nach dem Hochwasser 1988 saniert. Dabei wurden die Deiche teilweise neu geschüttet aber nicht erhöht, bachseitig mit einer mineralischen Oberflächen-dichtung versehen und landseitig ein Deichhinterweg angeordnet. Die Deichoberkanten liegen in diesem Bereich ca. 25 cm, in weiteren Bereichen bis zu 130 cm unter dem 100-jährlichen Hochwasser der Donau. Die Deiche sind in Teilstrecken nicht gedichtet.

Gemäß Landesentwicklungsprogramm Bayern sollen besiedelte Gebiete vor einem 100-jährlichen Hochwasserereignis mit ausreichendem Freibord ("Sicherheitszuschlag") geschützt werden. Mit dem Ausbau der Hochwasserschutzeinrichtungen am Mettener Bach wird dieser Schutz hergestellt.

Eine Untergrundabdichtung wird mit dem Ausbau nicht durchgeführt, der Grundwasseraustausch ist auch nach Abschluss der Baumaßnahme uneingeschränkt möglich.

Im Zuge von ökologischen Ausgleichsmaßnahmen werden Abschnitte im Eingriffsbereich renaturiert und am "Riedfeld" eine Ausgleichsfläche gestaltet.


Beschreibung der Baumaßnahme

Deiche und Mauern
In die vorhandenen Deiche wird eine Innendichtung eingebracht und eine Hochwasserschutzmauer aus Stahlbeton aufgesetzt. Die neuen Hochwasserschutzmauern werden auf Stahlspundbohlen, Bohrpfählen oder Winkelstützmauern gegründet.

Mobile Elemente
Als Durchgänge zum Vorland und an Straßen ist der Neubau von 10 Deichbalkenverschlüssen vorgesehen. Das mobile Hochwasserschutzsystem besteht aus Aluminium-Stützen und -Balken, welche nur bei Hochwasser eingesetzt werden.

Sielbauwerke
Um die Funktionstüchtigkeit der Ortsentwässerung auch bei Hochwasser zu gewährleisten, sind an 5 Bauwerken Abbruch- und Umbaumaßnahmen und 2 Neubauwerke erforderlich.

Ortsbild
Die Gestaltung der Mauern erfolgt durch glatte und strukturierte Schalung und Anordnen von Verweilplätzen und Gewächsnischen. Der Baumbestand bleibt größtenteils erhalten. Das Betongerinne oberhalb der Deggendorfer Straßenbrücke wird durch eine naturnahe Blocksteinmauer ersetzt.


Technische Daten

Kosten: ca. 6 Mio. Euro

Ausbaustrecke: ca. 1600 m

Spundwände: ca. 12.000 m²
Stahlbeton: ca. 5.000 m³
Erdbewegungen: ca. 35.000 m³
Länge des mobilen Hochwasserschutzsystems: ca. 120 m

Bauzeit: Oktober 2004 bis September 2006


Ihre Ansprechpartner

Bauherr Wasserwirtschaftsamt Deggendorf
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Planung und Bauüberwachung
RMD Wasserstraßen GmbH

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Deich mit aufgesetzter Hochwasserschutzmauer
öffentlich zugängliche Deichkronenwege
Geschütztes Wohngebäude: Ansicht von Bachseite...
...und mit Blick vom Wohngebäude zum Mettener Bach
Hochwasserschutzmauern entlang des Mettener Baches