Hochwasserschutz Öbling: Vorgeschichte und Ausbauziel

Gemäß Landesentwicklungsprogramm Bayern sind dicht besiedelte Gebiete (Ortschaften) vor einem 100-jährlichen Hochwasserereignis zu schützen. Im Stadtgebiet Straubing sind die Ortsteile Unteröbling und Ittling seit dem Ausbau der Hochwasserschutzeinrichtungen an der Aiterach, der im Zeitraum 2005 bis 2006 erfolgte, vor einem 100-jährlichen Hochwasser geschützt. Die Hochwasserschutzeinrichtungen westlich der Aiterach werden aber erst wirksam, wenn das vorhandene Deichsystem am nördlichen Ortsrand von Ittling ebenfalls entsprechend ausgebaut wird.

Zur Erhaltung von Retentionsraum soll der Hochwasserschutz möglichst ortsnah errichtet werden. Der bestehende Deich an der Donau und der Aiterach zum Schutz des Öblinger Bruches bleibt unverändert. Dadurch wird der Hochwasserschutz für die landwirtschaftlich genutzten Flächen im Öblinger Bruch nicht verschlechtert.

Erstmalig in Bayern wird hinter dem bereits bestehenden Deich am unmittelbaren Ortsrand eine zweite Deichlinie errichtet. Nach dem ebenfalls geplanten Ausbau der Hochwasserschutzanlagen für die Kläranlage der Stadt Straubing ist der Öblinger Bruch zusätzlich auch als Hochwasserretentionsraum (5 Mio. m³) voll wirksam.


Beschreibung der Baumaßnahme

Hochwasserschutzdeiche
Zwischen der Aiterach und dem Moosgraben wird parallel zum Alterberg ein ungefähr 5m hoher Deich mit einer innen liegenden Spundwand als Dichtung errichtet. Der Grundwasseraustausch ist auch nach Abschluss der Baumaßnahme uneingeschränkt möglich, da mit dem Ausbau keine Untergrundabdichtung erfolgt.

Hochwasserschutzmauern
Im Gewerbegebiet Hofstetten wird eine Hochwasserschutzwand aus Spundwänden errichtet, die mit Pfählen rückverankert wird. Durch diese sehr wirtschaftliche und Platz sparende Bauweise bleibt der geschützte Landschaftsbestandteil „Öblinger Schleife“ unberührt.

Bei der Zufahrt in den Öblinger Bruch wird die Hochwasserschutzwand aus optischen Gründen mit einer Verkleidung aus Drahtschotterkörben und Lärchenholzdielen versehen. Auf der Wasserseite werden große Bereiche der Wand bepflanzt. Entlang der Gewerbegrundstücke wird sie auf einer Länge von ca. 175 m und einer Höhe von ca. 3 bis 5 m farbig beschichtet.

Mobiler Hochwasserschutz
Die Zufahrt zum Öblinger Bruch beim Moosgraben muss erhalten bleiben. Die Durchfahrtsöffnung in der Hochwasserschutzwand mit einer Breite von ca. 5,70 m und einer Höhe von ca. 4,60 m wird im Hochwasserfall mit Stahlstützen und Aluminiumbalken rechtzeitig geschlossen.

Deichüberfahrt
Der Öblinger Bruch ist landwirtschaftliche Nutzfläche. Die Zufahrt zum Öblinger Bruch zwischen Aiterach und Alterberg wird künftig durch eine Deichüberfahrt ermöglicht.

Binnenentwässerung
Die Hochwasserschutzwand quert den Moosgraben. An der Kreuzungsstelle wird ein Durchlass errichtet, durch den der Moosgraben im Normalfall weiterhin ungestört fließen kann. Bei Hochwasser wird der Durchlass verschlossen und das anfallende Wasser über das neue Schöpfwerk Öbling III in den Öblinger Bruch gepumpt.

Ökologische Ausgleichsmaßnahmen
Die Hochwasserschutzanlagen werden durch entsprechende Bepflanzungen in das Orts- und Landschaftsbild eingebunden. Als Ausgleichsmaßnahme wird ein Feuchtwaldstandort im Öblinger Bruch erweitert.


Finanzierung des Projektes

Bauherr für den Hochwasserschutz Öbling sind die Bundesrepublik Deutschland und der Freistaat Bayern, gemeinsam vertreten durch das Wasserwirtschaftsamt Deggendorf. Die Stadt Straubing ist an den Baukosten beteiligt.

Die geschätzten Kosten für die Gesamtmaßnahme betragen ca. 6,8 Mio. Euro.


Technische Daten

Ausbaustrecke
Abschnitt Aiterach bis Alterberg: ca. 685 m
(komplett als Deich, ca. 20 m davon mit aufgesetzter Mauer)
Abschnitt Alterberg bis Bauende: ca. 490 m
(davon ca. 180 m Deich, 310 m Mauer)

Erdbewegungen: ca. 80.000 m³ Spundwände: ca. 10.000 m² Stahlbeton: ca. 270 m³ Installierte Pumpleistung des Schöpfwerkes Öbling III: max. 700 l/s

Bauzeit: April 2007 bis August 2008


Ihre Ansprechpartner

Bauherr Wasserwirtschaftsamt Deggendorf
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Planung und Bauüberwachung
RMD Wasserstraßen GmbH

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Hochwasserschutz vorher und nachher
Herstellung der Rückverankerung für die Hochwasserschutzwand am Moos- graben
Hochwasserschutzwand Stahlspundbohlen am Moosgraben: ohne Verkleidung...
...und mit Holz- und Natursteinverkleidung
Probeaufbau der Mobilen Elemente in der Hochwasserschutzwand am Moos- graben