Hochwasserschutz Pfelling: Vorgeschichte und Ausbauziel

Der Ortsteil Pfelling der Stadt Bogen liegt am linken Donau-ufer. Das Hochwasserschutzsystem des Polders Pfelling wurde in den Jahren 1931 bis 1934 errichtet und in der Vergangenheit mehrmals saniert. Die bestehenden Hochwasserschutzanlagen bieten Schutz vor einem ca. 30 jährlichen Hochwasser der Donau.

Gemäß Landesentwicklungsprogramm Bayern sollen besiedelte Gebiete vor einem 100-jährlichen Hochwasserereignis geschützt werden. Mit diesem Projekt wird dieses Ziel für Pfelling erreicht.


Beschreibung der Baumaßnahme

Hochwasserschutzmauern
Die bestehende Hochwasserschutzmauer wird abgerissen und durch eine neue, ca. 1,40 m höhere Mauer ersetzt. Die neue Mauer wird auf Bohrpfähle gegründet. Durch Strukturierung der Betonoberfläche, teilweise Verkleidung mit Granitsteinen und abschnittsweise Bepflanzung wird die Mauer in das Orts- und Landschaftsbild eingebunden.

Hochwasserschutzdeiche
Der bestehende Hochwasserschutzdeich wird zum Ort hin verbreitert und erhöht. Bei beengten Verhältnissen erfolgt die Erhöhung des Deiches durch Aufsetzen einer Betonmauer. Entlang des Pfellinger Bach Ableiters wird der Deich bereichsweise vollständig zurückverlegt. Das schafft Raum für eine gefahrlose Ausdehnung des Hochwassers und ökologische Maßnahmen. Die Abdichtung des Deiches erfolgt mit einer Innendichtung aus Stahlspundwänden oder mit Be-tondichtwänden. Die Innendichtung hat eine begrenzte Tiefe. Die Grundwasserverhältnisse werden dadurch nicht beeinträchtigt.

Mobiler Hochwasserschutz
Durchfahrts- und Durchgangsmöglichkeiten sowie notwendige Sichtbeziehungen werden an acht Stellen mit einem mo-bilen Hochwasserschutz gesichert. Die Öffnungen werden im Hochwasserfall mit Stahlstützen und Aluminiumbalken verschlossen. Die mobilen Elemente werden in einer eigens dafür errichteten Lagerhalle vor Ort aufbewahrt und gewartet.

Binnenentwässerung
Die Binnenentwässerung des Polders Pfelling erfolgt bei Hochwasser über das Schöpfwerk Pfelling. Das derzeit beste-hende veraltete Schöpfwerk wird abgerissen und durch ein neues, leistungsfähigeres Schöpfwerk ersetzt. Das bestehende Leitungssystems wird ertüchtigt und um Dränageleitungen ergänzt.

Ökologische Ausgleichsmaßnahmen
Unvermeidbare Eingriffe im unmittelbaren Baubereich werden ausgeglichen. Dabei wird der Pfellinger Bach Ableiter auf eine Länge von etwa 200 m naturnah umgestaltet. Der vorhandene Absturz im Ableiter wird durch eine biologisch durchgängige raue Rampe ersetzt.


Finanzierung des Projektes

Bauherr für den Hochwasserschutz Pfelling sind die Bundesrepublik Deutschland und der Freistaat Bayern, gemeinsam vertreten durch das Wasserwirtschaftsamt Deggendorf. Die Stadt Bogen ist an den Baukosten beteiligt.

Die geschätzten Kosten für die Gesamtmaßnahme betragen ca. 5,5 Mio. Euro.


Technische Daten

Länge Hochwasserschutzmauer: ca. 510 m
Deichlänge: ca. 1370 m (davon ca. 300 m mit aufgesetzter Mauer)
Bohrpfahlwand: ca. 1.500 m2
Dichtwand (z. T. als Spundwand): ca. 6.600 m2
Rohrleitungsbau (Binnenentwässerung): ca. 900 m
Neu installierte Pumpleistung des Schöpfwerkes Pfelling: 700 l/s
(bisher 500 l/s)

Bauzeit: Juli 2007 bis Oktober 2008


Ihre Ansprechpartner

Bauherr Wasserwirtschaftsamt Deggendorf
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Planung und Bauüberwachung
RMD Wasserstraßen GmbH

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Hochwasser August 2005
Herstellung der Bohrpfahlwand als Gründung für die Hochwasserschutzmauer
Längsschnitt Schöpfwerk Pfelling
Schöpfwerk Pfelling: Baugrube der Pumpendruckleitungen DN 800