Hochwasserschutz Parkstetten – Reibersdorf Abschnitt 2: Vorgeschichte und Ausbauziel
Der Ortsteil Reibersdorf der Gemeinde Parkstetten liegt am linken Donauufer. Das Hochwasserschutzsystem des Polders Parkstetten-Reibersdorf wurde in den Jahren 1937-1940 errichtet und in der Vergangenheit mehrmals saniert. Die bestehenden Hochwasserschutzanlagen bieten Schutz vor einem ca. 30-jährlichen Hochwasser der Donau.
Gemäß Landesentwicklungsprogramm Bayern sollen besiedelte Gebiete vor einem 100-jährlichen Hochwasserereignis (HW100) geschützt werden. Das Projekt Hochwasserschutz Parkstetten-Reibersdorf – Abschnitt 2 liegt südwestlich der Ortschaft Reibersdorf. Oberwasser schließt es an den ersten Bauabschnitt an und Unterwasser an die bereits 1998 ausgebaute Hochwasserschutzmauer bei der Reibersdorfer Kirche.
Damit sind die Hochwasserschutzanlagen am linken Donauufer zwischen der Agnes-Bernauer-Brücke (alte B20) im Stadtteil Hornstorf der Stadt Straubing und dem östlichen Ortsende von Reibersdorf lückenlos auf ein HW100 ausgebaut. Voll wirksam wird diese Schutzanlage jedoch erst dann, wenn der geplante Deichausbau östlich von Reibersdorf realisiert ist.
Beschreibung der Baumaßnahme
Hochwasserschutzmauern
Der bestehende Deich wird mittels einer auf dem Deich aufgesetzten Mauer um ca. 1,20 m erhöht. Die Hochwasserschutzmauer aus Stahlbeton wird auf einer Stahlspundwand gegründet, die gleichzeitig als Innendichtung für den Deich fungiert. Die Innendichtung reicht nicht bis ins Grundwasser und beeinträchtigt somit die Grundwasserverhältnisse nicht.
Die sichtbare Betonoberfläche wird wie die bereits vorhandene HWS-Mauer entlang der Donaustraße strukturiert (Oberfläche gestockt) und an der Oberkante mit roten Vollklinkersteinen abgedeckt.
Deichkronenweg und Deichhinterweg werden höhengleich wieder hergestellt. Die bestehende Böschungstreppe wird erneuert. Die Hochwasserschutzmauer erhält an dieser Stelle eine ca. 1,50 m breite Öffnung, welche im Hochwasserfall mit Aluminiumbalken verschlossen werden kann.
Binnenentwässerung – Neubau Schöpfwerk
Die Binnenentwässerung des Polders Parkstetten-Reibersdorf erfolgt bei Hochwasser über mehrere Schöpfwerke. Das derzeit bestehende veraltete Schöpfwerk Reibersdorf wird durch ein neues, leistungsfähigeres Schöpfwerk ersetzt.
Ökologische Ausgleichsmaßnahmen
Unvermeidbare Eingriffe im unmittelbaren Baubereich werden ausgeglichen. Durch Sodenumsetzungen von der bestehenden Deichböschung zur neuen Deichböschung bleiben ökologisch wertvolle Pflanzen- und Lebensgemeinschaften erhalten. Die bisher landwirtschaftlich genutzte Fläche am westlichen Bauanfang wird unter ökologischen Gesichtspunkten neu gestaltet und der Thurnhofgraben in diesem Abschnitt auf einer Länge von ca. 130 m ökologisch aufgewertet.
Finanzierung des Projektes
Bauherr für den Hochwasserschutz Parkstetten-Reibersdorf - Abschnitt 2 sind die Bundesrepublik Deutschland und der Freistaat Bayern, gemeinsam vertreten durch das Wasserwirtschaftsamt Deggendorf. Die Gemeinde Parkstetten ist an den Baukosten beteiligt.
Die Europäische Union fördert das Projekt im Rahmen des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung mit dem RWB-Programm zur Entwicklung strukturschwacher Gebiete im Interesse der Standortsicherung.
Die veranschlagten Kosten für die Gesamtmaßnahme betragen ca. 4,2 Mio. Euro.
Technische Daten
Länge Hochwasserschutzmauer: ca. 280 m
(auf bestehenden Deich aufgesetzt)
Spundwand als Deichinnendichtung: ca. 2.900 m2
Stahlbeton (Schöpfwerk und Mauer): ca. 1.300 m3
Neu installierte Pumpleistung des Schöpfwerkes Reibersdorf: 3.600 l/s (bisher: 2.400 l/s)
Bauzeit: Januar 2009 bis Dezember 2010
Ihre Ansprechpartner
Bauherr Wasserwirtschaftsamt Deggendorf
Planung und Bauüberwachung
RMD Wasserstraßen GmbH
schematischer Lageplan der Baumaßnahme
Hochwasser März 1988
Längsschnitt Schöpfwerk Reibersdorf
Regelquerschnitt durch Deich mit aufgesetzter Hochwasserschutzmauer
