Hochwasserschutz Stadt Bogen: Vorgeschichte und Ausbauziel

Die Stadt Bogen liegt am linken Donauufer und wird vom Bogenbach durchflossen. Zum Schutz vor Hochwasserder Donau und des Bogenbaches wurde Mitte des 20. Jahrhunderts ein Deichsystem mit integrierten Bauwerken zur Binnenentwässerung der Stadt errichtet.

Ab 2001 wurden der Donau-Hauptdeich (Bauabschnitt I) und die Bogenbach-Rückstaumauern an der Nepomukbrücke (Bauabschnitt II) verstärkt und erhöht. In den Jahren 2006/2007 wird die Binnenentwässerung dem Stand der Technik im Stadtpolder angepasst (Bauabschnitt III).

Die Bogenbach-Rückstaudeiche werden im Wesentlichen durch eine Kerndichtung so verstärkt, dass die heutigen statischen Anforderungen erfüllt werden (Bauabschnitt IV).

Nach diesen abschließenden Maßnahmen ist das Stadtgebiet Bogen vor einem 100-jährlichen Hochwasserereignis der Donau geschützt, was den Zielen des bayerischen Landesentwicklungsprogramms entspricht.


Beschreibung der Baumaßnahme

Binnenentwässerung (Bauabschnitt III)
Aufgabe der Binnenentwässerung ist es, bei Hochwasser der Donau das im Stadtgebiet anfallende Niederschlagswasser aus der Stadt zu leiten. Die Binnenentwässerung erfolgt primär über die städtische Kanalisation mit Entlastungsbauwerken zum Bogenbach und über das Schöpfwerk.

Zusätzlich wird ein Druckkanal errichtet, der Teilgebiete von Bogen direkt in die Donau entwässert. Das gesamte System wird automatisch betrieben und von der Kläranlage(Schaltwarte) aus überwacht.

Bogenbach-Rückstaudeiche (Bauabschnitt IV)
Die Rückstaudeiche am Bogenbach sind relativ steil und entsprechen nicht mehr uneingeschränkt den heutigen statischen Anforderungen. Zur Verbesserung der Hochwasserschutz Stadt Bogen wird eine Innendichtung eingebaut, die einerseits die Durchsickerung des Deiches im Hochwasserfall stark verringert und andererseits bei etwaigen Böschungsrutschungen die Schutzfunktion des Deiches erhält.
Die Grundwasserströmungsverhältnisse werden durch die begrenzte Tiefe der Innendichtung nicht beeinflusst.

Bachbett
Das Bachbett bietet derzeit nahezu keinen natürlichen Lebensraum für Fische und wassergebundene Lebewesen. Deshalb erfolgt im Rahmen der technischen Möglichkeiten eine Strukturierung des Bachbettes durch wechselseitige, unregelmäßige Einbauten. Zumindest bei niedriger und mittlerer Wasserführung des Bogenbaches wird das Wasser belebter fließen und mehr Struktur bieten.

Deichböschungen
Die wasserseitigen Deichböschungen werden so umgestaltet, dass sie einen schmalen Unterhaltsweg aufnehmen können. Am neu gestalteten Bachufer werden, entsprechend landschaftspflegerischem Begleitplan, in speziellen Pflanzmulden einzelne standorttypische Bäume gepflanzt.

Sohlrampe
Das unter der Brücke der St2125 befindliche Absturzbauwerk verhindert ein zu starkes Absinken des Niedrigwasserspiegels im Bogenbach. Allerdings stört es auch die Aufwärtswanderung von Fischen, Krebsen und Fischottern. Durch den Umbau des Absturzes zu einer Sohlrampe wird die Gewässerdurchgängigkeit weitgehend wieder hergestellt.

Ökologische Ausgleichsmaßnahmen
Die Hochwasserschutzanlagen werden durch die gestalterische Maßnahmen am Deich besser in das Orts- bzw. Landschaftsbild eingebunden. Unvermeidbare Eingriffe in den Bewuchs der Deichkrone und der landseitigen Deichböschung werden unter anderem durch Wiederanpflanzung ersetzt.


Finanzierung des Projektes

Bauherr für den Ausbau der Hochwasserschutzeinrichtungen in der Stadt Bogen sind die Bundesrepublik Deutschland und der Freistaat Bayern, gemeinsam vertreten durch das Wasserwirtschaftsamt Deggendorf. Die Stadt Bogen trägt zur Verwirklichung der Maßnahme bei und ist an den Baukosten beteiligt.

Die Europäische Union fördert das Projekt im Rahmen des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) mit dem Ziel-2-Programm zur Entwicklung strukturschwacher Gebiete im Interesse der Standortsicherung.

Die geschätzten Kosten für die Bauabschnitte III und IV betragen ca. 4,5 Mio. Euro.


Technische Daten

Binnenentwässerung
Schöpfwerksleistungen:
• Bogen-Stadt 3800 l/s
• Pumpenhaus III 920 l/s
• Siel II 200 l/s

Anzahl der Bauwerke: 14

Länge Druckkanal: 550 m

Rückstaudeiche
Deichlänge: 950 m
Dichtwand: 5.800 m²

Bauzeit: September 2006 bis Dezember 2007


Ihre Ansprechpartner

Bauherr Wasserwirtschaftsamt Deggendorf
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Planung und Bauüberwachung
RMD Wasserstraßen GmbH

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Luftbild Hochwasser 2005
Lageplan der Maßnahme
Binnenentwässerung der Stadt Bogen bei Hochwasser
Schöpfwerk Bogen-Stadt
Bauarbeiten am Schöpfwerk Bogen-Stadt im Bachbett des Bogenbaches
Aufgehöhte und ertüchtigte Deiche am Bogenbach
Fertiggestellte Sohlrampe unter der Brücke der St 2125