Es gibt nichts, was nicht untersucht ist
Seit 1987 laufen die konkreten Planungen, wie dieses letzte Nadelöhr für die Donauschifffahrt beseitigt und damit das große europäische Wasserstraßenprojekt vollendet werden kann. Bevor wir Planungen und Lösungsansätze im Detail beschreiben: Weltweit ist wohl kein Flussabschnitt so intensiv untersucht worden sein. Dies gilt nicht nur für alle schifffahrtstechnischen, sondern insbesondere für alle denkbar möglichen ökologischen Belange, die mittelbar und unmittelbar mit den Ausbauaktivitäten in Verbindung stehen. Man weiß, wie viele Lebewesen sich mit welchen Ansprüchen an ihre Umwelt in den Nass- und Trockenbiotopen der begleitenden Ufervegetation aufhalten und welche Entwicklung z.B. die Amphibienpopulationen nehmen werden, wenn die Donau ihr Gesicht verändert hat. Nichts, aber auch gar nichts aus diesem Lebensraum ist mittlerweile nicht bekannt. Unser Gutachten-Fundus erreicht mittlerweile eine Aktendicke von mehr als 5 Metern.
Großes öffentliches Interesse fanden unsere Naturversuche an der Donau. Dabei ging es vorrangig um die Stabilisierung des Flussgrundes. Damit lassen sich Fragen beantworten, wie ein bestimmter Wasserstand dauerhaft erhalten und die notwendige Fahrrinnenbreite gewährleistet werden kann. In Modellversuchen bei der Bundesanstalt für Wasserbau in Karlsruhe und der Technischen Universität München wurden Schifffahrtsbewegungen unter Donaubedingungen bis ins Kleinste simuliert. Mit speziellen Computerprogrammen schufen wir die Möglichkeit zu quantifizieren, wie sich verschiedene Ausbaumaßnahmen auf die Schifffahrt auswirken. Die detaillierte ökologische Gesamterhebung dient zudem der Beweissicherung. Wir kennen nicht nur die Ist-Situation haargenau, sondern auch zukünftige Entwicklungen sind weitgehend bekannt.
Unterhalb Straubings liegen mit dem Isarmündungsgebiet und dem sog. „Staatshaufen“ zwei ökologisch besonders wertvolle Gebiete, die zwingend erhalten werden müssen. Bei der Einschätzung, wie mit diesen Bereichen umzugehen ist, damit sie unbeschädigt bleiben, wurde der an sich schon hohe Untersuchungsaufwand nochmals gesteigert.
Die Zielsetzung insgesamt ist, dass die ökologische Wertigkeit auf der Gesamtstrecke nicht verschlechtert werden darf. Unsere Aufmerksamkeit gilt dabei vor allem den vorhandenen Auwaldresten und den Lebensräumen im und am Fluss, wie etwa Altwassern und den Zuflüssen.
Computer-Modell der Donau von Straubing bis Vilshofen
Modell-Schiffe an der Versuchsanstalt Obernach der TU München
Ausschnitt aus der ökologischen Kartierung