Keine leistungsfähige Wasserstraße
Wassertiefen
Eine leistungsstarke Wasserstraße setzt voraus, dass die Binnenschiffe unbehindert fahren können. Mit voller Ladung stromauf und stromab. Dies bedeutet, dass ganzjährig eine Wassertiefe garantiert sein muss, die es dem Schiff erlaubt, 2,50 m tief in das Wasser einzutauchen (Abladetiefe). Dieses Ziel entspricht dem Standard für europäische Wasserstraßen, das die EU-Kommission auch für die Donau festgelegt hat. Es entspricht im Übrigen auch den Empfehlungen der Donaukommission, einem Zusammenschluss der Donau-Anrainerstaaten. Mit dem Beitritt zu dieser Organisation erkennt die Bundesrepublik Deutschland diesen Standard verbindlich an. Entscheidend ist in diesem Zusammenhang, dass die rund 750 Kilometer lange, bereits ausgebaute Main-Donau-Wasserstraße die benötigte Abladetiefe ganzjährig gewährleistet, nur eben nicht der Abschnitt von Straubing nach Vilshofen.
Wenn Sie die Graphik zu Hilfe nehmen: Die Schiffe können unbehindert von Mainz bis Straubing fahren und ab Vilshofen in Richtung Österreich.
Wie es um die Wassertiefe im Bereich Straubing - Vilshofen über ein Jahr bestellt ist, zeigt der Verlauf des Pegels Pfelling im Trockenjahr 2003 besonders deutlich. Die Abladetiefe von 2,50 Meter war nur an 90 Tagen des Jahres gegeben. Am Rhein wurde dieser Wert im gleichen Zeitraum dagegen an doppelt so vielen Tagen erreicht, an der österreichischen Donau sogar an mehr als 200 Tagen.
Die für die Donau typischen raschen Schwankungen des Wasserstands erschweren die Passierbarkeit der Strecke zusätzlich.
Fahrrinnenbreite
Zur vollen Funktionstüchtigkeit einer Wasserstraße gehört eine garantierte Fahrrinnenbreite von mindestens 80 Metern. Fast auf der gesamten Teilstrecke ist dieses Maß nicht gegeben. Der Abschnitt zwischen Isarmündung und Vilshofen ist zu 60 Prozent nur einspurig befahrbar. Damit kann im Mittel nur ein Schiff pro Stunde und Richtung die Strecke befahren. Die Transportleistung kann erst durch die Beseitigung solcher „Einbahnstraßen” wirksam erhöht werden.
Die Strecke weist insgesamt 46 Engstellen auf, die ein hohes Risiko für die Schifffahrt darstellen. Dies spiegelt sich in den Unfallzahlen wider, die im Vergleich zu den bereits ausgebauten Streckenabschnitten deutlich erhöht sind. Der Abschnitt zwischen der Isarmündung und Vilshofen weist die höchsten Unfallzahlen im gesamten deutschen Wasserstraßennetz auf. Abgesehen von wirtschaftlichen Einbußen geht mit den Havarien auch eine Gefährdung für die Umwelt einher, wenn etwa Öl ausläuft oder transportierte wassergefährdende Stoffe wie z.B. Düngemittel freigesetzt werden.
Die 70km zwischen Straubing und Vilshofen bestimmen die Leistungsfähigkeit der gesamten Strecke
Abladetiefen am Beispiel 2003
Nirgendwo gibt es mehr Unfälle als zwischen der Isarmündung und Winzer