Main-Donau-Kanal

In seiner heutigen Form wurde der Main-Donau-Kanal am 25. September 1992 für den Verkehr freigegeben. Er beginnt in Kelheim an der Donau, verläuft dann durch das Altmühltal und über das Mittelgebirge des fränkischen Jura. In diesem Bereich ist er die höchstgelegene Wasserstraße Europas (406 Meter über dem Meeresspiegel). Er erstreckt sich weiter nach Nürnberg, geht dann bei Forchheim in die Regnitz über, um 7 Kilometer unterhalb Bambergs die Verbindung zum Main herzustellen. 171 Kilometer ist er insgesamt lang.

Mit nur 16 Schleusen überwindet der Kanal einen Höhenunterschied von insgesamt 243 Metern. Die Schleusen zählen mit einer Hubhöhe von bis zu 24,70 Metern und einer Nutzlänge von maximal 190 Metern zu den größten Bauwerken ihrer Art in Europa. Für den Main-Donau-Kanal mussten eine Reihe technischer Innovationen entwickelt werden. Diese werden bis heute als Spitzenleistungen im internationalen Wasserstraßenbau eingestuft.

Die Prognosen gingen davon aus, dass 15 Jahre nach der Fertigstellung etwa 4,5 Millionen Tonnen Güter pro Jahr transportiert würden. Derzeit liegt die tatsächliche Transportleistung bei mehr als .... Millionen Tonnen (2009).Im Jahr ..... erreichte der Kanal mit rd. 8,1 Mio. t sein bislang höchstes Transportaufkommen. Die Kanalhäfen Nürnberg und Kelheim erreichen folgerichtig Jahr für Jahr neue Umschlagsrekorde und haben sich in kürzester Zeit zu modernen Güterverteilungszentren entwickelt. Allein in Nürnberg entstanden so an der Wasserstraße mehr als 5.000 neue Arbeitsplätze.

Neben seiner Funktion als Schifffahrtsstraße dient der Kanal auch der Wasserüberleitung aus dem Donaugebiet in die wasserarmen Regionen Nordbayerns. Rund 125 Millionen Kubikmeter (das ist fast so viel Wasser wie der Kochelsee enthält) werden jährlich über den Main-Donau-Kanal aus der Donau Richtung Nürnberg gepumpt.

Das Projekt kostete 4,7 Milliarden D-Mark (rd. 2,3 Mrd. €). Rund 20 Prozent davon flossen in ökologische Maßnahmen. Die gesamten Baukosten wurden von der Rhein-Main-Donau AG aus den Erträgen ihrer 60 Wasserkraftwerke finanziert. Infrastruktur zum Nulltarif für die öffentlichen Haushalte – auch unter diesem Aspekt ist der Main-Donau-Kanal ein ganz besonderes Projekt. Nicht zu leugnen ist die Tatsache, dass das Landschaftsbild im Altmühltal heute durch den Verlauf des Kanals geprägt ist. Die ursprüngliche Flusslandschaft hat sich verändert. Dennoch zeigt die ökologische Beweissicherung, dass jetzt ein Naturraum entstanden ist, der hinsichtlich Flora und Fauna im Vergleich zu früher entschieden dazugewonnen hat. Die ökologischen Ausgleichsmaßnahmen haben sich in jeder Hinsicht bewährt. Doch nicht nur die Natur profitiert von der gelungenen Landschaftsgestaltung. Der neu entstandene Freizeit- und Erholungswert ist so groß, dass mittlerweile der Tourismus zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor der Region geworden ist.

Verkehr - Mensch - Natur: Der Main-Donau-Kanal wird allen drei Anforderungen gerecht.

Vorher-Nachher im Vergleich,
der Main-Donau-Kanal im Altmühltal:

Der Kanal verbindet den Main mit der Donau
Der Main-Donau-Kanal: Deutschlands höchstgelegene Wasserstraße