Die Geschichte des Donauausbaus

Unmittelbar nach Gründung der Rhein-Main-Donau AG im Jahre 1921 wurde 1922 bei Passau mit der Errichtung der Staustufe Kachlet mit einer Doppelschleuse begonnen. Nach der Fertigstellung 1927 konnte dadurch der schifffahrtstechnisch gefährliche Abschnitt zwischen Vilshofen und Passau entschärft werden. Donauabwärts wurde zwischen 1952 und 1956 an der Staatsgrenze bei Jochenstein als Deutsch-Österreichisches Gemeinschaftsprojekt die Staustufe Jochenstein – ebenfalls mit einer Doppelschleuse gebaut.

Mitte der siebziger Jahre wurde dann im Streckenabschnitt zwischen Kelheim und Straubing an mehreren Stellen mit dem Ausbau der Donau zur Großschifffahrtsstraße begonnen. 1977 und 1978 konnten die Staustufen Bad Abbach und Regensburg samt Schleusenanlagen und einem jeweils parallel zur Donau verlaufenden Schifffahrtskanal in Betrieb genommen werden.

Östlich von Regensburg wurde zur weiteren Verbesserung der Fahrverhältnisse bis in die 60er Jahre an einer Niedrigwasserregulierung mittels Buhnen und Paral­lelwerken gearbeitet. Das ursprünglich gesteckte Ziel, eine Fahrwassertiefe von zwei Metern bei Niedrigwasser zu erreichen, konnte jedoch nicht erreicht werden. Bund und Bayern haben aus den Erfahrungen der Niedrigwasserregulierung entsprechende Konsequenzen gezogen und 1976 vereinbart, die Donau auch im Abschnitt Regensburg-Vilshofen mit Staustufen auszubauen. So folgten schließlich 1986 die Inbetriebnahmen der Staustufe Geisling und 1994 der Staustufe Straubing.

Nachdem 1962 der Ausbau des Mains abgeschlossen und der Main-Donau-Kanal 1992 für den Verkehr freigegeben werden konnte, blieb damit als letzter auszubauender Donauabschnitt der Bereich zwischen Straubing und Vilshofen. Für diesem Streckenabschnitt wurden seit 1992 diverse Ausbauvarianten mit und ohne Staustufen untersucht und teilweise hoch emotional diskutiert. Nach zwei durchgeführten Raumordnungsverfahren wurde schließlich 2009 mit der so genannten EU-Studie begonnen.

Die EU Studie zum Donauausbau

Von 2009 bis Anfrang 2013 wurde mit EU Fördermitteln ein umfangreiches Untersuchungsprogramm abgewickelt, das der Politik auf Basis ausführlicher wissenschaftlicher Planungen, Untersuchungen und Erhebungen eine Entscheidung über den Donauausbau ermöglichen sollte.

Im Rahmen dieser sogenannten „EU-Studie“ wurden die Varianten A (flussregelnder Ausbau) und C280 (Ausbau mit einer Stützschwelle bei Aicha) von der RMD Wasserstraßen GmbH in Zusammenarbeit mit diversen Fachbehörden des Bundes und des Freistaats Bayern in allen Bereichen bis in Planfeststellungstiefe untersucht und ausgearbeitet. Damit sollte erreicht werden, dass nach der auf die EU-Studie folgenden politischen Entscheidung ohne weitere Verzögerung ein Genehmigungsverfahren für eine der beiden Varianten eingeleitet werden kann.

Die EU-Studie umfasste dabei auch eine neuerliche Erhebung der Grundlagendaten. Neben der technischen Planung zu den beiden Varianten wurden auch die Umweltplanung, die FFH-Verträglichkeit und die notwendigen Maßnahmen, die sich aus der Wasserrahmenrichtlinie ergeben sowie ein komplettes Hochwasserschutzprogramm für die ganze Strecke erarbeitet. Die EU Studie wurde 2013 mit der Veröffentlichung aller Ergebnisse abgeschlossen. Durch die Politik wurde im Nachgang der Studie entschieden, die Donau nach der flussregelnden Variante A auszubauen sowie für den gesamten Streckenabschnitt Straubing – Vilshofen ein umfangreiches Hochwasserschutzkonzept zu realisieren.